Mobilität
So kommen Sie sicher durch den Kölner Verkehr
Redaktion · 16.09.2026
Veranstaltungsflyer
Zahlreiche Angebote und Beratungen bieten praxisnahe Erfahrungen. Ob Rollator-Training mit Einsteigübungen in den Bus und Parcours, richtiger Umgang mit Elektro-Rollstühlen oder Sicherheits-Checks fürs Rad und Tipps, wie man es gut sichert – für alle ist was dabei.
Programmauswahl und Angebote 11 - 15 Uhr:
Überschlagsimulator, Sicherheits-Check* für Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs
Allgemeiner Deutscher Automobil-Club Nordrhein e.V. (*eventuell anfallendes Material kostenpflichtig)
Ablenkung Smartphone: Echte Unfälle im digitalen Leben
Bundesarbeitsgemeinschaft/Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Sicher zu Fuß – erst recht im Alter
Seniorenvertretung Stadt Köln
Praktische Tipps zur Ersten-Hilfe · Mach den Rettungswagen-Check
Arbeiter-Samariter-Bund Köln e.V.
Rollator-Training am Bus · Probefahrt mit dem KVB-Rad · Nachhaltige Bildungsmodule für Kölner Schulen und das Mobilitäts-Derby
Kölner Verkehrs-Betriebe AG · Mobilitätsmanagement
Trainingsparcours für E-Scooter und E-Bikes für mehr Fahrsicherheit
LimeBike Germany GmbH · Tier Mobility SE
Experteninterview mit Torsten Buchmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e. V.
Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht die Zahl der Rollatornutzer im allgemeinen Straßenbild in Deutschland?
Rund jeder fünfte Mensch in Deutschland ist 65 Jahre alt oder älter. Durch die steigende Lebenserwartung ist zu erwarten, dass immer mehr ältere Menschen mit Rollatoren am Straßenverkehr teilnehmen werden. Auch vor diesem Hintergrund kommt es künftig darauf an, die Straßenverkehrsinfrastruktur möglichst barrierefrei zu gestalten, denn Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis und bedeutet Unabhängigkeit sowie Teilhabe am sozialen Leben.
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Gefahrensituationen für Rollatornutzer im Straßenverkehr?
Für Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, sind hohe Bordsteine sowie der Einstieg in Bus oder Bahn besonders herausfordernde Barrieren im Straßenverkehr. Deshalb sollten sich Rollatornutzende für das Überwinden eines hohen Bordsteins ausreichend Zeit nehmen, denn Eile kann zu Stolpern oder gar einem Sturz führen. Besonders gefährlich ist zudem, eine Straße zwischen parkenden Autos zu überqueren. Der Rollator muss zwangsläufig fast in den fließenden Verkehr geschoben werden, um die Fahrbahn gut einsehen zu können. Deshalb ist es ratsam, Ampeln oder Fußgängerüberwege zu nutzen.
Gibt es besondere Regelungen oder Rechte, die Rollatornutzer im Straßenverkehr beachten oder nutzen sollten?
Für Rollatornutzende gelten dieselben Straßenverkehrsregeln wie für Fußgängerinnen und Fußgänger.
Welche Faktoren sollten bei der Routenplanung vorrangig berücksichtigt werden?
Eine gute Vorbereitung hilft, potenziellen Gefahrenstellen von vornherein aus dem Weg zu gehen. Schmale Gehwege und Baustellen sollten möglichst vermieden werden. Ein besonderes Augenmerk gilt auch sicheren Querungsstellen. Bei anspruchsvollen Strecken ist es hilfreich, die Begleitung durch eine andere Person einzuplanen.
Was ist beim Überqueren der Fahrbahn an Ampeln und Zebrastreifen zu beachten?
Rollatornutzende sollten die Fahrbahn möglichst an abgesenkten Bordsteinen überqueren und sichere Querungshilfen wie Fußgängerampeln und Fußgängerüberwege nutzen. Zudem sollten sie auf die Bodenbeschaffenheit und etwaige Stolperstellen achten.
An einem Zebrastreifen sollten Rollatornutzende nicht zu dicht am Fahrbahnrand stehen. Nachdem ein herannäherndes Fahrzeug abgebremst hat, sollte Blickkontakt aufgenommen werden, um die Straße sicher überqueren zu können. Die Verkehrslage sollten die älteren Menschen dabei weiterhin im Blick behalten.
An einer Ampel ist beim Überqueren besonders auf abbiegende Fahrzeuge zu achten. Auch hier hilft es, Blickkontakt zu den Fahrenden herzustellen. Schaltet die Ampel auf Rot, sollte auf der Mittelinsel bis zur nächsten Grünphase gewartet werden oder, falls keine Mittelinsel vorhanden ist, möglichst zügig weitergegangen werden.
Wie verhält man sich auf Mischflächen?
Auf Mischflächen gilt für Rollatornutzende, besonders aufmerksam und konzentriert zu sein, auch wenn es sich hierbei um einen Straßenraum handelt, der durch eher geringen Verkehr geprägt ist. Im Zweifelsfall lieber einmal stehen bleiben, um die Situation sicher einschätzen zu können, als auf seinem Vorrecht zu beharren und sich selbst zu gefährden.
Gibt es Szenarien, wie die Verkehrssicherheit für Rollatornutzer in den nächsten Jahren verbessert werden kann?
Die Verkehrssicherheit kann für Rollatornutzende verbessert werden, indem die Sicherheit des Fußverkehrs insgesamt erhöht wird. Dazu gehört eine möglichst durchgängige Barrierefreiheit, zum Beispiel abgesenkte Bordsteine. Die Bundesregierung hat im Februar 2025 eine nationale Fußverkehrsstrategie auf den Weg gebracht, mit der die multimodale Mobilität gestärkt werden soll. Konkrete Maßnahmen sollen Fußgängerinnen und Fußgänger zukünftig besser schützen. Das kommt auch älteren Menschen mit Rollator zugute.
Informationen
www.stadt-koeln.de/aktionstag-mobilitaet
Flyer zum Herunterladen (390 KB)
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Tags: Beratung , Fahrrad , KVB , Mobilität , Pedelec , Polizei , Rollator , Senioren , Sicherheit